Geschichte der Loge Galilei 

Die Kaiserslauterer Loge Galilei blickt auf eine lange freimaurerische Tradition in der Region zurück. Im Herbst 1782 wurde mit der Loge „Carl August zu den drei flammenden Herzen“ zum ersten Mal eine Freimaurerloge in Kaiserslautern gegründet, und im Jahr 1864 erblickte die Loge „Barbarossa zur deutschen Treue“ das Licht der Welt. Zwar existierten beide Logen nicht sehr lange; dennoch brachten sie bekannte und bedeutende Mitglieder hervor. Als Beispiel wäre hier Carl Hohle zu nennen, der von 1870 bis 1874 und nochmals von 1885 bis 1889 Bürgermeister von Kaiserslautern war. 

Während des Nationalsozialismus war die Freimaurerei verboten. Doch bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich Brüder aus anderen Städten, die durch die Kriegswirren nach Kaiserslautern verschlagen wurden, sowie ältere Brüder aus Kaiserslautern zusammen und bildeten einen freimaurerischen Stammtisch. Der Wunsch, in Kaiserslautern eine Loge zu gründen, um wieder im freimaurerischen Sinne arbeiten zu können, ließ die Brüder nicht mehr ruhen. Am 08. Dezember 1951 erfolgte schließlich die Einsetzung der Loge „Barbarossa zur deutschen Treue“ als Tochterloge der damals neu gegründeten „Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland“. Ihr Großmeister, Bruder Theodor Vogel, leitete die Festarbeit. Im Jahr 1952 erfolgte die Namensänderung in „Galilei“. Innerhalb der deutschen Freimaurerei trägt die Galilei die Matrikelnummer 810, die zu einem festen Bestandteil ihres Namens wurde. 

Im Jahr 1954 erhielt die Loge Galilei 810 das Recht zur Annahme von Brüdern ausländischer Logen sowie das Recht, Mitglieder der Besatzungsmächte als Lehrlinge aufzunehmen, zu Gesellen zu befördern und als Meister zu erheben. Hintergrund war die Präsenz der US-Stationierungsstreitkräfte im Großraum Kaiserslautern, deren freimaurerische Mitglieder bis dahin überwiegend in Feldlogen arbeiteten. Die maurerischen Arbeiten führte man zu Beginn zweisprachig durch, in Englisch und Deutsch. Die Galilei wuchs sehr schnell, so dass sie sich schon bald teilen konnte. Es entstand die Schwesterloge „Galilei George Washington“ mit der Matrikelnummer 810A, die ihre Arbeiten bis heute in englischer Sprache durchführt und Mitglied der American Canadian Grand Lodge (ACGL) ist. Die beiden Logen, die deutschsprachige Galilei und ihre englischsprachige Schwesterloge Galilei George Washington, teilen sich bis heute ein Logenhaus in der Augustastraße und organisieren regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen. 

Neben engen Kontakten zu ihrer amerikanischen Schwesterloge pflegt die Galilei weitere internationale Partnerschaften: Im Jahr 1973 schloss sie eine Partnerschaft mit der Loge „Lorraine“ Nr. 74 in Metz, die der „Grand Loge Nationale Française“ angehört. Darüber hinaus unterhält die Galilei 810 Beziehungen zu Logen in Schottland. 

Im Laufe ihrer Geschichte fungierte die Galilei gleich mehrfach als Patin für Logenneugründungen: Mit Hilfe von Brüdern der Galilei wurde beispielsweise im Jahr 1982 die spanischsprachige Loge „Miguel de Cervantes Saavedra“ Nr. 960 gestiftet, die 1983 im Logenhaus zu Kaiserslautern das Licht erhielt. Die Loge existiert noch heute, arbeitet jedoch seit Ende der 80er-Jahre in Bonn. Von 1983 bis 2017 existierte, auch von Brüdern der Galilei gegründet, mit der „Wolfgang Amadeus Mozart“ Nr. 965 eine weitere deutschsprachige Loge in Kaiserslautern. Nach deren Auflösung schlossen sich deren Brüder mehrheitlich der Galilei an. 

Die Loge Galilei 810 ist heute fest im Leben der Stadt Kaiserslautern verankert. Ihre Mitglieder treffen sich wöchentlich zu Diskussionsabenden, rituellen Zusammenkünften oder Seminaren. Auch Gästeabende, in deren Rahmen sich Interessierte über die Freimaurerei informieren und die Logenbrüder kennenlernen können, werden regelmäßig organisiert. Außerhalb der Loge engagieren sich viele Mitglieder der Galilei im politischen, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und karitativen Leben der Stadt und des Landkreises Kaiserslautern.